Samstag, 22. November 2014

Das neue Bezahl-Modell «Zahl-was-du-willst»

UBUNTU – Welt ohne Geld. Eine Welt ohne  Geld? Wie soll das möglich sein? Eine grandiose Vision einiger weniger, eine vage Illusion, ein Luftschloss vieler, aber …
In das vorherrschende globale Wirtschaftssystem hineingeboren, bemerken wir selten, wie sehr unser Denken und Handeln von dessen Strukturen geprägt sind. Das erfahren wir erst, wenn wir etwas anders machen. Wie etwa UBUNTU mit seinem Experiment „Zahl was du willst“. Ein erster Schritt mit Transformationspotential.

Vor kurzer Zeit hat UBUNTU D-A-CH seinen herkömmlichen Zahlungsverkehr, soweit wie möglich auf das neue Modell «Zahl-was-du-willst» umgestellt. Das heißt, dass in Zukunft alle Geldleistungen an UBUNTU D-A-CH*) nur noch vom Zahlenden bestimmt werden. Und zwar nicht nur der Höhe nach, sondern auch, ob überhaupt bezahlt wird. UBUNTU D-A-CH schaut nicht nach, ob jemand bezahlt hat und/oder wieviel. Es gibt kein Mahnwesen und keinerlei Zahlungserinnerungen mehr.
*) Das betrifft Mitgliedsbeiträge, auch die von Cluster Members, alle Miet-, Leih- und Pachteinkünfte, «Anerkennungs»- oder «Wertschätzungs»-Beiträge, wie alle sonstigen Bezahlungen.

Bezahlt werden müssen weiterhin alle Ausgaben, die wir selbst mit einer Aktion, einer Beauftragung, einer Veranstaltung, einer Leistung etc haben, also alle Drittrechnungen für von uns zugekaufte Leistungen und Waren bzw Rechte (z.B. an Veranstaltungsräumlichkeiten, Versicherungen dafür, Catering, Zulieferungen für Aufträge etc). Wo es möglich ist, befürworten wir die direkte Beauftragung und Bezahlung solcher Drittleistungen durch den End-Auftraggeber. Ist das nicht möglich oder erwünscht, fakturieren wir diese direkt durch ohne jeglichen Aufschlag.

Das hat mehrere Auswirkungen:
Für uns bedeutet es eine enorme Vereinfachung. Wir vertrauen auf die Fairness der mit uns zusammenarbeitenden Menschen und darauf, dass sie uns nicht schaden wollen, ebenso wenig wie wir ihnen.

Da wir nicht einmal mehr daran denken (müssen), ob und wieviel uns jemand bezahlt, werden unsere Köpfe frei für wesentlichere Dinge. Wir merken, dass das Thema «Bezahlt werden» sich mehr & mehr aus dem Bewusstsein entfernt und sich von unserer jeweiligen Leistung abkoppelt. So, wie wir es uns wünschen, wird einfach etwas getan, was zu tun ist und Schluss. Das in der Noch-Gesellschaft an fast jeden Vorgang am Ende drangehängte Spezialereignis «Bezahlung» fällt komplett weg.
Dafür haben wir uns entschlossen, auch bei Direktgeschäften kein Geld mehr persönlich anzunehmen. Es ist dem jeweiligen Käufer völlig ungewohnt, selbst den Preis zu bestimmen und bei der Übergabe kommen erfahrungsgemäß Ängste, Skrupel, Befürchtungen und große Unsicherheiten auf.
Stattdessen wird dem jeweiligen Käufer die Kontonummer bekannt gegeben; er/sie hat dadurch Gelegenheit, sich die Bezahlfrage in Ruhe zu überlegen.

Soll eine Rechnung ausgestellt werden, braucht der Käufer nur den ihm/ihr gewünschten Betrag zu nennen. Ob dann tatsächlich diese Rechnung bezahlt wird oder nur teilweise oder gar nicht, ist finanzrechtlich ohne Belang, da wir als Einnahmen-/Ausgabenrechner nur diejenigen Einkünfte steuertechnisch zu behandeln haben, die tatsächlich erfolgen. Wir überprüfen daher auch in diesen Fällen in keiner Weise den Zahlungseingang.

Als Mitglied von QEVIDA realisieren wir das «Zahl-was-du-willst»-Prinzip über Gutscheine, die Anzahl der als Zahlung übergebenen Gutscheine bestimmt wiederum der Käufer selbst.
Diesem Bezahl-Modell schließen sich laufend kooperierende Unternehmen und UBUNTU Cluster Members an; auf der UCM-Seite von UBUNTU werden sie mit einem entsprechenden Vermerk kenntlich gemacht.

Wir von UBUNTU glauben, dass dadurch zumindest die eine Seite, die des Bezahltwerdens, mehr & mehr aus unseren Köpfen verschwindet. Sollte sich dieses Modell ausbreiten, kann ‒ zumindest «unter uns» ‒ auch nach & nach die andere Seite des Geldes, das Bezahlen (als Äquivalent für Wertschätzung), langsam in den Hintergrund treten.